| Wenn sich das Phänomen
Farbe in Bewegung setzt, verfließt auch die Grenze zwischen
Maler und Bild. Die Farbe malt mit, je flüssiger sie ist, desto
unabhängiger. Im Prozess des sich Ausbreitens von Farbe haben
sich mir ihre Gesetzmäßigkeiten wie von selbst offenbart.
Ihre Formlosigkeit war immer Vorzug, Möglichkeit und Herausforderung
zugleich. In wässrigem Auftrag ließ sich Farbe auf die
weiße Leinwand am reinsten zum Leuchtenden bringen, weil sie
ihre Transparenz lichtdurchlässig machte. Der Kontrast zweier
aneinanderstoßender, verschiedenfarbiger Flächen in sattem
Auftrag hingegen verlieh der Farbe elementare Kraft, da sie durch
ihre Materialität erdhaft wurde. Malerei wurde auf diesem Wege
für mich zu einer Auseinandersetzung mit den Elementen (Wasser,
Erde, Luft, Feuer), je nachdem welches Element sich in meinem Innern
gerade zur Hauptsache machte. |